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Vademecum , Seite 7 von 25

A.1.5 REM_ARS_5: Aufnahme von Termen in REM.WB

Dieses Kapitel beschreibt die Einarbeitung von Einträgen in das REM.WB
+Einleitung
REMterme, die Terme des REM.WB, sind Klassennamen. Ein REMterm benennt entweder (a) eine einfache, nicht-relationale Menge von Entitäten oder (b) eine Rolle, also eine zweistellige Relationen, die - durch den Klassennamen - semantisch definiert ist. Einen Untertyp der nicht-relationalen Klassen (a) stellen Rollentypen dar. Ein Rollentyp definiert sich in Abhängigkeit von einer Relation, d.h. er ist der Vorbereich einer gleichnamigen Rolle.
Beispiel: Die Klasse "Person" ist (derzeit) unabhängig von einer Rolle; Personen können Rollen wahrnehmen - z.B. "Komponist" -, aber sie sind in ihrer Zugehörigkeit zur Klasse "Person" nicht auf eine solche Rolle festgelegt. "Name" hingegen ist ein Rollentyp, da Zeichenfolgen erst durch eine bestimmte Referenzfunktion zu Namen werden. Durch Erweiterungen des REM-Modells können einfache Typen zu Rollentypen werden.

NB #1: REMterme werden im Kontext ihrer Definition derzeit wie absolute oder relative Allgemeinbegriffe verwendet; dies geschieht ausschließlich im Interesse der Lesbarkeit. Eine regelhafte Umsetzung in eine klassengerechte Formulierung ist in allen Fällen möglich.
Beispiel: "Identifikator - Ein Repraesentant mit einem definierten Geltungsbereich" statt "Identifikator - Unterklasse zu Repraesentant: Die Klasse aller Repraesentanten mit einem definierten Geltungsbereich".

NB #2: REM folgt in seiner Auffassung von Relationen REM_RDK_33: 24 aus den dort genannten Gründen: Der Vorbereich einer Funktion (ihr Linkes Feld) ist ihr Wertebereich; ihr Nachbereich ihr Definitions- oder Argumentbereich.

+REM_ARG_38: Kanonische Benennung und Notation
Für alle REMterme gilt REM_ARS_1 (Kanonische Notation, Kanonische Namen).

+REM_ARG_39: Verortung des Termkandidaten in der Hierarchie
Ein neuer REMterm ist in der Hierarchie des REM.WB zutreffend zu verorten.

+REM_ARG_40: Verortung von Rollentypkandidaten in der Hierarchie
Rollentypen und ihre Rollen sind in der Hierarchie möglichst hoch, also auf einer möglichst hohen Verallgemeinerungsebene zu verorten.

Beispiel:
Benötigt wird ein Term "Auszeichnung" (im Sinne einer Anerkennung oder Würdigung), weil Medienobjekten verliehene Preise abgebildet werden sollen. Die zutreffende Anbindung der Rolle scheint daher "Medienobjekt" zu sein. Auszeichnungen können jedoch auch alle Erzeugnisse anderer Art erhalten. Die korrekte Anbinding im Sinne von REM_ARG_39 und REM_ARG_40 ist daher Erzeugnis. Da Medienobjekte Erzeugnisse sind, erben sie die Fähigkeit, ausgezeichnet zu werden.

NB: Sollen Medienobjekt-Auszeichungen besonders spezifiziert werden, so ist zusätzlich eine Unterklasse "Medienobjekt.Auszeichnung" zu bilden und an Medienobjekt anzubinden.

+REM_ARG_41: Spezifizierung von Rollen über ihren Nachbereich
Rollen sind über ihren Nachbereich auszudifferenzieren, wenn zwischen ihren Unterklassen Unterschiede bestehen, die sich in praxi nicht oder nicht ohne erheblichen Aufwand anderweitig - etwa funktional - im REM.WB oder einem Anwendungsprofil darstellen lassen.

Beispiel: In Bezug auf einen Text unterscheidet sich Herausgeber und Autor unter anderem funktional. Dagegen sind sowohl Musik_Kreation.Titel als auch Video_Kreation.Titel funktional Kreation.Titel, sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Bezugsbereiche - Musik- bzw. Video_Kreationen. In praxi verbirgt sich hinter diesem Unterschied zusätzlich ganzes Bündel von Unterschieden, die nicht von der allgemeinen Titel-Typologie erfasst werden.

+REM_ARG_41: Abhängigkeit Rollendifferenzierung REM.WB von REM-Anwendungsprofilen
Eine Rolle ist in REM.WB weiter zu differenzieren, wenn ein Anwendungsprofil diese Differenzierung aus Gründen der definitorischen Anbindung an REM.WB benötigt. Dabei sind etwaige abhängige Differenzierungen ebenfalls zu berücksichtigen.

Beispiel #1: Der Attributtyp "Bemerkung" ist in REM.WB an die Klasse "Entitaet" angebunden - qua Vererbung kann daher zu allen Entitaeten des REM.WB Bemerkungen

Benötigt ein Anwendungsprofil A einen Eintrag "Kreation.Bemerkung", um einen entsprechenden Datenelement.Typ definitorisch genau verorten zu können, so ist dieser Eintrag in REM.WB aufzunehmen.

Beispiel #2: REM.WB kennt eine Archivausleihe, die in ihrer Eigenschaft als Perzept - also vererbt - einen Anfang - hier ein Tag - und dessen Datum besitzt. REMterme:

Perzept
Anfang
Tag_Anfang
Tag
Datum
Ausleihe

 Benötigt ein Anwendungsprofil ein besonderes Anfangsdatum der Ausleihe - nota bene nicht nur den Anfangstag -, so sind in REM.WB folgende Terme aufzunehmen:

Ausleihe.Anfang
Ausleihe.Anfang.Datum

+REM_ARG_42: Differenzierung von Attributtypen über mehrere Hierarchiestufen hinweg
Eine Differenzierung von Attributtypen über mehrere Hierarchiestufen hinweg ist zulässig.

Beispiel: "Auszeichnung" ist über eine Rolle an "Erzeugnis" angebunden. Es soll nun eine Unterform, "Audio_Medienobjekt.Auszeichnung" in REM.WB aufgenommen werden. Dies ist möglich, ohne für alle Ebenen zwischen "Erzeugnis", etwa "Artefakt", ebenfalls Auszeichnungstypen anzulegen.

Letzte Aktualisierung: 2008-07-01 15:18:02, Michael Hafner

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