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Vademecum , Seite 6 von 25

A.1.4 REM_ARS_4: Regeln zur Terminologie

Dieses Set umfasst die Arbeitsregeln (ARG) zur Terminologie des REM
+Abkuerzungen

KN = Kanonischer Name (eines Term im REM.WB)

REM.WB = REM-Woerterbuch

+Regeln
+REM_ARG_22: Nutzung gebraeuchlicher Terme
Existiert fuer ein in das REM.WB aufzunehmendes Konzept ein im dokumentarischen Sprachgebrauch allgemein ueblicher Name, so ist dieser als KN zu verwenden.

Diese Regel wird eingeschraenkt durch: REM_ARG_23, REM_ARG_24, REM_ARG_25.

+REM_ARG_23: Anpassung gebraeuchlicher Terme an REM.WB
Aus Gruenden der terminologischen Geschlossenheit des REM.WB kann ein eingefuehrter Term des dokumentarischen Sprachgebrauchs dem Sprachgebrauch des REM angepasst werden.

Erlaeuterung: In der Regel wird dabei eine Komponente eines zusammengesetzten Terms durch einen bereits im REM.WB vorhandenen Term ersetzt.

Beispiel: REM fasst auf den Gehoersinn bezogenene Entitaeten durch das Praefix "Audio" zusammen ("Audio_Medienobjekt"). Der eingefuehrte Term der Altregelwerke Musik und Wort fuer Traeger, die auditive Wiedergaben ermoeglichen, ist "Tontraeger". REM uebernimmt fuer koerperliche Medienobjekte den Term "Traeger", ersetzt jedoch "Ton" durch "Audio" ("Audio_Traeger").

+REM_ARG_24: Ersetzung gebraeuchlicher Terme aus Gruenden der terminologischen Geschlossenheit des REM.WB
Aus Gruenden der terminologischen Geschlossenheit des REM.WB kann der KN eines Terms abweichend von dem eingefuehrten Term gewaehlt werden.

Die Entscheidung fuer dieses Vorgehen ist im Einzelfall zu begruenden. Der eingefuehrte Term ist als Synonym des neuen Terms mitzufuehren.

+REM_ARG_25: Ersetzung inadaequater eingefuehrter Terme
Existiert fuer ein in das REM.WB aufzunehmendes Konzept ein im Sprachgebrauch eines Altregelwerkes ueblicher, aber nicht allgemein verstaendlicher oder unpraeziser Name, so ist dieser nach Moeglichkeit durch einen praezisen Namen zu ersetzen.

Erlaeuterung: Diese Regel ermoeglicht die Aussonderung von Termen, die ohne Kenntnis ihrer Definition nicht verstaendlich bleiben.

Beispiel: der Term der Altregelwerke Musik und Wort zur Bezeichnung auditiver Raumdarstellungen, "Betriebsart", ist ohne Kenntnis seiner Definition nicht verstaendlich. REM ersetzt ihn durch den sprechenderen Term Audio_Raumdarstellung.

+REM_ARG_26: Benennung neuer Konzepte
Existiert fuer ein das REM.WB aufzunehmendes Konzept bislang kein im dokumentarischen Sprachgebrauch allgemein gebraeuchlicher Name, so ist ein existierender nicht-dokumentarischer Term als KN zu waehlen und qua Definition gegenueber seiner als allgemein ueblich angenommenen Bedeutung zu erweitern oder einzuschraenken.

Die Annahme einer "allgemein ueblichen Bedeutung" soll anhand eines Standardnachschlagewerks verifiziert werden.

Erlaeuterung: Durch die Zusammenfuehrung bislang getrennt verwalteter dokumentarischer Bereiche kann die Notwendigkeit entstehen, Dinge unter einer neuen, allgemeineren Bezeichnung zu fassen.

Beispiel: Tontraeger und Audiofiles sollen unter bestimmten Gesichtspunkten gleich beschrieben werden - als Traeger einer Archivnummer, Publikation der phonographischen Industrie u.m. Hierfuer werden neue Klassen gebildet, die Traeger und Files vereinen: ein "Medium" ist ein Traeger oder File, ein "Medienobjekt" ein Medium "mit Inhalt", ein "Bestandsobjekt" ein Medienobjekt, das Teil eines (Archiv-)Bestandes ist. (Der Vorgang setzt somit die Zusammenfassung von Tonbaendern, CDs? u.a. unter der Bezeichnung "Tontraeger" auf einer allgemeineren Ebene fort.) Dieses Verfahren ermoeglicht ein effiziente Modellierung von Anwendungssystemen: die Beschreibung eines Bestandsobjektes umfasst lediglich die Attribute eines archivierten Gegenstandes (Archivnummer, Zustand, Loeschvermerke usw.); sie referenziert die Beschreibung des Mediums als Medienobjekt (EAN, Label usw.); diese referenziert die Beschreibung des Medienojektes als Medium (Format, Fabrikat usw.). So koennen sich viele Bestandsobjekt-Beschreibungen eine Medienobjektbeschreibung und viele Medienobjektbeschreibungen eine Medium-Beschreibung "teilen". (Die Mediumdaten besitzen Stammdatencharakter fuer alle Medienobjekte.)

+REM_ARG_27: Begriffswahl bei konkurrierenden gebraeuchlichen Termen
Existieren fuer ein das REM.WB aufzunehmendes Konzept mehrere konkurrierende im dokumentarischen Sprachgebrauch uebliche Namen, so regelt die Arbeitsgruppe Regelwerk Mediendokumentation den kuenftigen Sprachgebrauch gemaess REM_ARG_22 bis REM_ARG_26.

+REM_ARG_28: Aenderung von REM-Termen (unvollstaendige Regel)
Die AG REM kann KN von REM-Termen nach einem Abstimmungsverfahren aendern.

NB: Das Verfahren der Abstimmung ist noch mit der LG Normdaten zu klaeren.

Erlaeuterung: Die verschiedenen Namen eines REM-Terms muessen koextensional sein, also genau die gleichen Dinge bezeichnen. Sie besitzen keinen darüber hinausgehenden semantischen Wert. Unveraenderlich ist lediglich der REMID eines Terms. Sofern ein Austausch für die Ontologie des REM folgenlos ist, koennen daher KN und andere Termnamen im REM.WB geaendert werden.

Letzte Aktualisierung: 2008-07-01 15:18:23, Michael Hafner

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