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Dokumentanzeige REMterm REM_TRM_10 (Kreation) , Treffer 1 von 1
REM.WB.Kreation
REMterm REM_TRM_10
REMID REM_TRM_10
Kanonischer Name Kreation
Version 2007-01-07
Standardisierung.Phase.Typ
Definition Ein →Konzept, das von einem →Erzeugnis oder mehreren Erzeugnissen abstrahiert wurde.
Erläuterung Kreationen werden von Erzeugnissen abstrahiert. Das Konzept der Kreation erweitert das Konzept des Werks, um auch Abstrakta nicht werkhafter Erzeugnisse zu erfassen und sie Werken dokumentarisch gleichstellen zu können.
Kreationen haben eine Relation zu dem Urheber ihrer Spezifikation - z.B. einer Partitur, die eine Klasse von Aufführungen definiert. Da sie jedoch als Abstrakta nicht in Raum und Zeit verortet werden können, "entstehen" sie nicht im gleichen Sinne wie Perzepte.
Erzeugnisse und Kreationen stehen in einem Type-Token-Verhältnis zueinander. Im einfachsten Fall ist dies eine Relation zwischen Typ und Element.
Häufiger handelt es sich jedoch um komplexere Relationen. Als Beispiel läßt sich Quines Auffassung des Verhältnisses von Type und Token für Texte als Folgen von Wörtern heranziehen: Gehe man davon aus, so Quine, daß zu jedem Wort - als Abstraktum - mindestens eine physische Inskription - ein Token - existiere, könne man Wort-Typen als Klassen von Wort-Token begreifen. Im Fall von Wortfolgen jedoch, die anders als die Wörter einer Sprache nicht atomar und abzählbar sind, sondern aus diesen in beliebiger Anzahl gebildet werden können, könne nicht davon ausgegangen werden, daß zu jeder denkbaren Wortfolge eine Inskription existiere. Übernähme man die Type-Definition des Wortes, wäre der Type aller nicht physisch exemplifizierten Texte die leere Klasse - diese wären sämtlich identisch. (Übertragen auf musikalische Werke, um der Parallelität des Beispiels willen einmal vereinfacht als Folgen von Tönen aufgefaßt, hieße dies, daß alle Werke identisch wären, die noch nicht aufgeführt wurden. (Ein komplexeres Beispiel bietet REM_RDK_4:36.) Die leere Klasse würde durch alle ISWC dieser Werke gleichermaßen identifiziert.)
Um dies zu vermeiden, definiert Quine den Type hier als Folge - als eine Funktion, die jedem Element des Wortfolge eine natürliche Zahl zuordnet:
[
  <1, ES>, <2, IST>, <3, DES>, <4, GEIST>,
  <5, DER>, <6, SICH>, <7, DEN>, <8, KÖRPER>, <9, BAUT>
]
[REM_RDK_2:216-217]
Vereinfachend läßt sich festhalten, daß eine Kreation ein von einem Medienobjekt oder einer Realisierung abstrahierter Inhalt ist. Funktional betrachtet, dient diese Abstraktion zum einen der Zusammenfassung mehrerer gleichartiger Erzeugnisse. Zum anderen trägt sie der Tatsache Rechnung, daß der Sprachgebrauch aller dokumentarischen Gegenstandsbereiche des REM "Werke" voraussetzt und eine "Gleichheit" oder "Identität" des "Inhalts" von Trägern, Files, Aufführungen usw. (Medienobjekten, Realisierungen) kennt. Zur der aktuellen Diskussion des Werk- bzw. des Kreationsbegriffs im Bereich der Metadatenstandardisierung vergleiche die referenzierten Dokumente.
Definierender Rollentyp
Referenzen Erzeugnis.
Referenzierte Dokumente (7)
# Referenzdokument
1 Goodman, Nelson. 1995. Sprachen der Kunst. Entwurf einer Symboltheorie. Bernd Philippi (Ü). Frankfurt a.M: Suhrkamp.
URL
REMID: REM_RDK_29; Dokumentreferenz: REM_DRF_3, Informativ
2 IFLA Study Group on the Functional Requirements for Bibliographic Records. 1998. Functional Requirements for Bibliographic Records. Final Report. München: Saur.
URL
REMID: REM_RDK_18; Dokumentreferenz: REM_DRF_9, Informativ
3 ISO. 2004. ISO/IEC 21000-6:2004(E). Information technology - Multimedia framework (MPEG-21). Part 6: Rights Data Dictionary. First Edition 2004-05-15. Genf: ISO.
URL
REMID: REM_RDK_22; Dokumentreferenz: REM_DRF_4, Informativ
4 Lagoze, Carl u. Jane Hunter. 2001. The ABC Ontology and Model. Version3. In: Journal of Digital Information, Special Issue - selected papers from Dublin Core 2001 Conference. o.O.: o.V..
URL
REMID: REM_RDK_12; Dokumentreferenz: REM_DRF_5, Informativ
5 Quine, Willard van Orman. 1987. Quiddities. An Intermittendly Philosophical Dicitionary.. Cambridge, MA: HUP.
URL
REMID: REM_RDK_2; Dokumentreferenz: REM_DRF_6, Informativ
6 Rust, Godfrey u. Mark Bide. 2000. The Indecs Metadata Framework. Principles, Model, and Data Dictionary.. : .
URL
REMID: REM_RDK_5; Dokumentreferenz: REM_DRF_7, Informativ
7 Sowa, John F.. 2000. Knowledge Representation. Logical, Philosophical, and Computational Foundations.. Pacific Grove, CA: Brooks/ Cole.
URL
REMID: REM_RDK_4; Dokumentreferenz: REM_DRF_8, Informativ
Dokumentationseinheit.Typen
Anwendungsprofil Dokumentationseinheit.Set.Typ Dokumentationseinheit.Typ
# apnr Anwendungsprofilname desnr Dokumentationseinheit.Set.Typ.Name denr DE.Typ.Name
1 REM_APR_4 ARD.PAN.Presse REM_DST_15 Text gesamt REM_DTY_375 TextKreation
Eigene Attributtypen
Repraesentant (1)
REM_TRM_73 Person_Thema [Relation]
Geerbte Attributtypen
Repraesentant (2) Geerbt von
REM_TRM_73 Person_Thema REM_TRM_10 Kreation [Relation]
REM_TRM_25 Repraesentant REM_TRM_1 Entitaet [Relation]
Rolle Relatum
REMID Kanonischer Name REMID Kanonischer Name
REM_TRM_136 Kreation REM_TRM_135 Manifestation
Genealogie
Entitaet/Konzept/Klasse/Kreation
 
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